Die Geschichte des Ringgleises

Ringbahn

Das westliche Ringgleis war Teil der Strecke mit der Streckennummer 1903, die Ende des 19. Jahrhunderts von der Braunschweigischen Landes-Eisenbahn-Gesellschaft errichtet wurde. Sie bildete zusammen mit anderen Strecken rund um die Braunschweiger Innenstadt eine annähernd ringförmige Bahnanlage mit mehreren Stationen wie dem südlichen Hauptbahnhof, Ostbahnhof, Nordbahnhof und Westbahnhof. Der westliche Streckenkörper diente dem Güterverkehr, der am Westbahnhof einen bedeutenden Umschlagpunkt erhielt und erst in den 1980er Jahren stillgelegt wurde. Der im Norden früher durch eine Brücke daran anschließende Abschnitt wird weiter zur Versorgung des Heizkraftwerks Mitte genutzt und aus den östlichen Bahnstrecken angefahren.

Engagement für die Umnutzung

Bereits 1995 regte das Braunschweiger Forum eine Diskussion um die mögliche öffentliche Nutzung der Bahntrasse als Alternative zu einer Veräußerung an Privatanleger an. In den folgenden Jahren wurden die politischen Gremien und die Öffentlichkeit für die Nutzung als Geh- und Radweg interessiert und zahlreiche Aktionen rund um das Ringgleis veranstaltet. Im Jahr 2001 wurde durch die Einbindung des Ringgleises seitens der Stadt Braunschweig in das Programm „ Soziale Stadt“ ein Konzept entwickelt und mit der Ausführungsplanung begonnen.

Umbau Westbahnhof und westliches Ringgleis

2000 kaufte die Stadt Braunschweig die ersten Abschnitte der Trasse von der Deutschen Bahn. 2003 wurde der erste, vier Kilometer lange Abschnitt des Geh- und Radwegs beginnend am Westbahnhof fertiggestellt.

Im April 2007 wurde der Abschnitt zwischen der Broitzemer Straße und der Hugo-Luther-Straße der Öffentlichkeit übergeben. Beim Ausbau des Abschnitts Hugo-Luther-Straße-Arndtstraße wurden zwei Einmannbunker entdeckt, die zukünftig Teil der ZeitSchiene werden. Mit der Enthüllung des ersten Dekadensteins am 13. April 2008 am Westbahnhof wurde die Braunschweiger ZeitSchiene eröffnet.

Als Nächstes wurde der Teilabschnitt zwischen Celler Straße und Ernst-Amme-Straße fertiggestellt und somit die Lücke zum derzeit nördlichen Ende des Ringgleises bis an die Oker geschlossen.

Im Herbst 2009 wurde am südlichen Ende des Ringgleises der Teilabschnitt von der Arndtstraße zum Harzstieg in der Gartenstadt fertiggestellt und zum Befahren und Begehen freigegeben.

Südliche Verlängerung

 
Ringgleis-Brücke über die A 391 und die Alte Frankfurter Straße
 
Brückenschlag über die Oker beim Heizkraftwerk 2016

Ab dem Frühjahr 2010 wurde die südliche Verlängerung bis über die A 391 erstellt. Am 17. April 2010 wurde die alte Bahnbrücke über die A 391 bis auf die Widerlager entfernt. Die neue Fußgänger- und Fahrradbrücke wurde in zwei Teilstücken angeliefert und Weihnachten 2010 mit einem Kran über die A 391 gelegt. Ende März 2011 wurde die Brücke für Fußgänger und Radfahrer freigegeben. Im Sommer 2011 wurde auf der Ostseite der A 391 der Anschluss an den Südsee und an die Otto-von-Guericke-Straße fertiggestellt. Die Herstellung einer neuen Rampe zwischen Frankfurter Straße und Bahndamm sowie der Lückenschluss zum Harzstieg waren die letzten Arbeiten in diesem Bereich und wurden im Februar 2012 abgeschlossen.

Nördliche Trasse und Okerquerung

Für den geplanten Ausbau des Ringgleises im nördlichen Teil bis zum Mittelweg erfolgte 2016 der entscheidende Brückenschlag über die Oker. Die 1995 zurückgebaute Eisenbahnbrücke beim Heizkraftwerk Mitte wurde durch eine neue Stahlfachwerkbrücke ersetzt und diese am 19. September 2016 offiziell dem Verkehr übergeben.

(Quelle: Wikipedia, Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“)