Industriegeschichte erleben

Industriegeschichte ist am Ringgleis auf Schritt und Tritt zu erleben. Schließlich wurden über das Ringgleis vom Nordbahnhof (dem Hauptbahnhof der Braunschweiger Landeseisenbahn) bis in den Südwesten der Stadt  ab 1886 nicht weniger als 50 Industriebetriebe, Handels- und Versorgungsunternehmen gleismäßig erschlossen. Viele dieser Anschlussgleise sind bei genauerem Hinsehen heute noch erkennbar! Ferner gab es an der Ringbahn 110 Lagerplätze!

Besonders gut erhalten hat sich die Situation auf dem Gelände der Bühler-MIAG (westl. der Ernst-Amme-Str.); im Bereich der „Kunstmühle“ sind noch originale Anschlussgleise zu sehen. Sonst sind die Gleise leider vielfach demontiert oder die Schienen mit Asphalt vergossen worden.

An die glorreiche Geschichte vieler Firmen am westlichen Ringgleis und an die Geschichte des westlichen  Ringgebietes erinnern seit 2015 vor allem die rost-rot-braunen „Bahncontainer“, die nach dem Konzept des Braunschweiger Büros Brederlau & Holik  gestaltet worden sind. Allein im Bereich des ehem. Westbahnhofs stehen fünf dieser Stahlobjekte; sie bilden dort eine Art „Industriepfad“. Mit Fotos, Texten und eingestellten Objekten wird an große und kleine Firmen, an das Leben und Arbeiten im westl. Ringgebiet und an die alten Anlagen der Ringbahn erinnert.

Wer es noch genauer haben möchte, besuche das „Kleinste Rollende Industriemuseum der Welt“. Es befindet sich in einem Bauwagen, der auf dem Gelände der BMA an der Kramerstr. 9 geparkt ist und vom Verein „Anti-Rost“ betreut wird (Ansprechpartner dort ist Heinz Salbach). In der vor 12 Jahren vom DGB Region SüdOstNiedersachsen erstellten Ausstellung  wird anhand von historischen Fotos auf 14 Tafeln die regionale Wirtschaftsgeschichte von 1900 bis heute dargestellt (die Texte stammen übrigens von Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel). Dabei werden alle Facetten der braunschweigischen Industriegeschichte thematisiert, egal ob Maschinenbau, Konservenfabrikation oder die Rüstungsproduktion im 1. und 2. Weltkrieg. Zu der Ausstellung gibt es auch einen kleinen Ausstellungskatalog

Hingewiesen sei schließlich noch auf das Buch „Maschinen, Fußbälle und Konserven“ von Stadtteilheimatpfleger Klaus Hoffmann. In dem reich bebilderten Band  wird die Geschichte von insgesamt 46 Betrieben im westlichen Ringgebiet kompakt und kenntnisreich dargestellt. Restexemplare des bereits in 2. Auflage erschienenen Buches (die Erstauflage erschien im Dezember 2012) sind u.a. beim Quartiersmanagement „plankontor“ in der Hugo-Luther-Str. 60a erhältlich.